Solange wir leben, ist sie da: unsere Atmung. Viel von uns tun es unbewusst, doch gleichzeitig ist das Atmen die einzige vegetative Funktion, die wir auch gezielt ansteuern können und die somit Körper und Geist verbindet.
In vielen Meditationspraktiken spielt das Atem seit jeher eine zentrale Rolle. In Therapien wird Atemarbeit mehr und mehr angewendet. Wer in seinem Alltag das Atmen bewusst einsetzt, kann Stress abbauen und seine Konzentration schärfen.
Tiefes Atmen gehört zu den besten Möglichkeiten, um einen gestressten Körper wieder zu beruhigen. Durch die tiefe Atmung gelangt mehr Sauerstoff in den Körper, wodurch Anspannungen gelöst und Emotionen besser kontrolliert werden können. Auch mit Angst und Panikattacken kann dadurch besser umgegangen und eine innere Ruhe aufgebaut werden.
Wie existenziell die eigene Atmung ist, darüber machen sich die meisten Menschen leider erst Gedanken, wenn Gefahr droht: Wenn ihnen der Stress buchstäblich „die Luft abschnürt“ oder ihnen vor Schreck „der Atem stockt“. Wenn das eigentlich selbstverständliche Luftholen Probleme bereitet, wenn die Atmung nicht mehr von allein fließt, dringt sie unser Bewusstsein.
Etwa zwölf Atemzüge macht ein Erwachsener pro Minute – meist ohne darüber nachzudenken. Doch wie wir ein- und ausatmen beeinflusst unser gesamtes Leben. Atemtherapeuten sind sich sogar sicher: Eine bewusste Atmung kann viele Beschwerden lindern.

Jeder Mensch atmet anders
Vom Moment der Geburt, vom ersten Schrei an, hat jeder Mensch seinen ganz eigenen Atemrhythmus. „Der Atem ist so individuell wie ein Fingerabdruck“, sagt die Atemtherapeutin Helga Segatz aus München. „So wie jemand lebt, so atmet er auch.“ Wie ein Mensch denkt, fühlt und handelt spiegle sich in seinem jeweiligen Atemmuster wider.
Ob jemand eher durch den Mund oder die Nase atmet, wann er Atempausen einlegt und wie lange er beispielsweise ausatmet, formt sich auch durch den persönlichen Lebensstil. Doch die eigene Atmung ist keineswegs unveränderbar oder statisch – Menschen können sie lenken und einen anderen Rhythmus erlernen. Entspannungsmethoden und Sport helfen dabei.

Eine oft atemlose Gesellschaft
Eine ruhige und effektive Atmung ist das beste Rezept für körperliches und seelisches Wohlbefinden, glauben Atemtherapeuten.
Gerät der Atem dagegen aus seinem Rhythmus, beeinträchtige dies das Befinden des Menschen empfindlich. Normalerweise passt sich der Atem bei psychischen und körperlichen Belastungen den jeweiligen veränderten Bedingungen an. „Kann sich die Atmung nicht auf solche Erfordernisse einstellen, bedeutet das, dass der Atemfluss bereits gestört ist. Das kann unterschiedliche Ursachen haben“, sagt Atemtherapeutin Segatz. „Stress verursacht über das sympathische Nervensystem eine Erweiterung in den Bronchien, um durch zusätzlichen Sauerstoff genügend Energie bereitzustellen, um beispielsweise die Flucht ergreifen zu können“, erklärt die Atemspezialistin. Der Mensch atme dann schneller und tiefer.
Wer dagegen unter fachkundiger Anleitung trainiert, wieder gesund und stimmig durchzuatmen, kann vielen Beschwerden vorbeugen – und bestehende Krankheiten lindern. Konkret findet die Therapie Anwendung bei Asthma und chronischer Bronchitis, bei Migräne, Spannungskopfschmerz, Depressionen, Schlafstörungen und Burnout. Aber auch bei Haltungsschäden und präventiv für ein besseres Allgemeinbefinden sei eine Atmentherapie sinnvoll.
Warum ein gesunder Atemrhythmus entscheidend ist:
Eine tiefe Bauchatmung stimuliere die inneren Organe, sie verbessere Durchblutung, Zellstoffwechsel, Immunabwehr und Verdauung. Die Atmung wirke zudem direkt auf die Psyche: Stress zum Beispiel zeigt sich meist mit unregelmäßigem oder beschleunigtem Rhythmus. Umgekehrt ist es praktisch nicht möglich, in Stress zu geraten, solange man bewusst atmet. „Eine ruhige Atmung wirkt innerem Stress entgegen“, sagt Segatz.

Vielen Menschen sei zudem nicht klar, dass zur Atmung nicht nur das Ein- und Ausatmen, sondern auch eine Pause nach dem Ausatem gehört. „Die Pausen werden in unserer schnelllebigen Zeit eliminiert – sowohl im Job als auch während der Atmung.
Pausen entsprechen nicht dem Zeitgeist“, sagt Segatz. Hektik und Atemlosigkeit machen uns jedoch auf Dauer krank.
Der Mehrwert der Nasenatmung
Ganz allgemein versteht man unter Atmung die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid. Über den Blutkreislauf wird der Sauerstoff in jede einzelne Zelle des Körpers transportiert, wodurch die Atmung den Muskeln Energie gibt, das giftige Kohlendioxyd entsorgt und den Organismus entsäuert.
Ein Grund für die positiven Effekte der Nasenatmung könnte die Stimulation des Riechnervs sein. Der Luftstrom, der durch die Nase eingeatmet wird, wird nicht nur durch die Nasenhaare gereinigt und mit Hilfe der Schleimhaut befeuchtet, sondern er aktiviert auch unseren Geruchsnerv. Dieser steht wiederum in direktem Kontakt mit dem Hypothalamus und der Hypophyse. Beides sind Teile unseres Gehirns, welche verschiedene Funktionen des autonomen (oder vegetativen) Nervensystems steuern. Dieses kontrolliert – wie der Name schon sagt – alle automatisch ablaufenden Prozesse in unserem Körper und kann angeblich nicht bewusst beeinflusst werden.
Doch deuten verschiedene Dinge darauf hin, dass die Atmung eben sehr wohl einen Einfluss hat.
Solange die Atmung unbewusst geschieht, können viele Menschen daraus nicht den größten Nutzen für ihre Gesundheit ziehen, denn dieser stellt sich häufig erst bei einer kontrollierten Atmung ein.
Lernen wir aber unsere Atmung bewusst wahrzunehmen und zu steuern, kann sie enorme Energien freisetzen. Diese Energien wirken sich sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene positiv aus.
Rein körperlich gesehen laufen bei der Mundatmung und bei der Nasenatmung zwei sehr unterschiedliche Reaktionen ab. Dies wird dadurch bedingt, da die Luft bei beiden Atemarten verschiedene Wege zurücklegt und dadurch auch mit anderen Nerven in Berührung kommt, mit anderen Stoffen angereichert oder von unterschiedlichen Stoffen gereinigt wird. Daraus resultiert der große Unterschied zwischen der Wirkung der Nasenatmung und der Wirkung der Mundatmung.
Positiven Auswirkungen der Nasenatmung.
Die Nasenatmung aktiviert den Parasympathikus, während eine reine Mundatmung
den Sympathikus anregt und somit den Körper in einen angespannten Zustand
versetzt.
Daher wird vermutet, dass normaler Sport, bei dem vorwiegend durch den Mund
geatmet wird, dem Körper zusätzlichen Stress bereitet. Der Sympathikus steigert
seine Aktivität während der Parasympathikus sie einschränkt.
Wird während einer sportlichen Betätigung (z.B.: Alphalauf) durch die Nase geatmet,
erhöht sich die Aktivität des Parasympathikus, die des Sympathikus jedoch nur leicht oder gar nicht.
Im Rahmen einer Herzratenvariabilitätsmessung kann die positive Auswirkung der
Nasenatmung auf das vegetative Nervensystem binnen kürzester Zeit abgebildet
werden.
Sauerstoffgehalt im Blut erhöht sich um 10-15%, was wiederrum bedeutet, dass
unsere Organe besser mit Sauerstoff versorgt werden können, mehr Energie zur
Verfügung haben und demnach auch entspannter arbeiten können.
Daher macht es Sinn, sich für den Alltag die Nasenatmung anzugewöhnen und vor allem beim Alphalauf darauf zu achten, vorwiegend durch die Nase zu atmen um den
Entspannungs- und Regenerationseffekt zu steigern und um den Alphazustand zu
intensivieren.

Geweitete Blutgefässe
Wenn das Gas Stickstoffmonoxid neben der Atemluft durch die Nase in den Körper gelangt, vergrössern sich die Lungenbläschen, was bedeutet, dass eine grössere Menge an Blut durch die Gefässe strömt und mehr Sauerstoff aufgenommen werden kann. Dies passiert jedoch nicht, wenn durch den Mund geatmet wird.
Weitere positive Wirkungen von Stickstoffmonoxid sind auch:
- die Verbesserung der Funktion des Nervensystems
- die Unterstützung beim Schutz und bei der Reparatur von Zellen.
- die Verbesserung des Blutkreislaufs
- die Schmerzlinderung
- die Unterstützung beim Abnehmen
- die Verbesserung der Leistungsfähigkeit
- die entzündungshemmenden Eigenschaften
- die Verbesserung der Verdauung
- die Verbesserung des Immunsystems
- die Hilfe bei der Prävention von Krebs
- die Verbesserung der Hirnfunktion
Wenn man sich diese Liste anschaut, wird einem schnell klar, dass Stickstoffmonoxid mit Sicherheit einen Betrag zur positiven Wirkung der Nasenatmung beiträgt. Menschen, die die gesundheitsfördernde Wirkung richtiger Atmung beispielsweise durch Alphalauf schon am eigenen Leib erlebt haben, brauchen allerdings keine wissenschaftlichen Belege dafür, die beweisen, dass Nasenatmung unsere Gesundheit unterstützt.
Übung
Tipp 1: Zählen sie beim Einatmen und auch beim Ausatmen bis vier. Zum einen findet Entspannung beim Ausatmen statt, zum anderen trägt das innere Zählen dazu bei, mental abzuschalten und Stress zu lösen.
Tipp 2: Legen Sie die Hände auf den Bauch und atmen Sie in dem Bauch hinein. Fühlen Sie den Atem unter die Bauchdecke strömen. Durch das Auflegen der Hände fokussieren Sie sich mehr auf sich und lenken sich von anderen Gedanken ab.
Tipp 3: Atmen Sie bewusst durch die Nase. Nasenatmung entspannt, im Gegensatz zur Mundatmung. Durch die Konzentration auf die Nase stellt sich ein entspanntes und erfrischendes Gefühl ein.
Vergessen Sie die Pausen nicht. Vor allem unter Stress sehnt sich der Körper nach Entspannung. Setzen Sie also bewusst Pausen, in denen Sie auf Ihre Atmung achten und gönnen Sie sich einen Augenblick Ruhe.
In meinen Alphalaufseminaren ist die Nasenatmung ein wesentliches Element um zur Entspannung zu finden. Als Alphalaufcoach erlernt man die Nasenatmung mit ihren Vorteilen korrekt einzusetzen und selbes gebe ich an meine Teilnehmer aber auch in der Betrieblichen Gesundheitsförderung weiter. Wenn du Bewegung und Entspannung miteinander vereinen möchtest ist der Alphalauf oder Alphawalking auch für dich das Ideale Programm für eine präventive Vorbeugung möglicher Beschwerden und fördert deine Leistungsfähigkeit.
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