Mentale Fitness für Führungskräfte: Glaubenssätze, Stress und sechs Grundlagen guter Führung

Mentaltraining beschäftigt sich unter anderem damit, einschränkende Glaubenssätze und innere Blockaden zu erkennen und zu verändern. Aber was hat das mit Führung zu tun?

Von klein auf werden wir mit Glaubenssätzen und Lebensweisheiten überschüttet. Manche übernehmen wir aus unserem Umfeld. Viele ziehen wie Wolken vorbei, andere setzen sich fest und bleiben ein Leben lang abrufbereit. Wie sie wirken, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Besprechung im Büro
Photo by cottonbro on Pexels.com

Glaubenssätze anzuschauen, wird immer dann sinnvoll, wenn wir etwas verändern wollen und genau diese Sätze uns im Weg stehen. Meist spüren wir solche Blockaden als inneren Stress, zum Beispiel:

  • Angst davor, eine Präsentation vor einer Gruppe zu halten
  • Unsicherheit, als neue Führungskraft Gespräche mit Mitarbeitenden zu führen
  • Prüfungsangst

Was passiert unter Stress?

Ob beim Laufen oder vor einer Prüfung: Der Körper reagiert auf Stress nach einem ähnlichen Grundprinzip. Er schaltet in eine Art Alarmbereitschaft. Herz und Atmung werden schneller, Stresshormone werden ausgeschüttet, und das Blut wird dorthin umverteilt, wo der Körper es für Kampf oder Flucht braucht, vor allem in die großen Muskeln.

Deshalb wirken Menschen mit Prüfungsangst manchmal kreidebleich: Die Blutgefäße in der Haut ziehen sich zusammen. Gleichzeitig fällt klares Denken schwerer, weil der Körper auf schnelles Reagieren statt auf Nachdenken eingestellt ist.

Mann steht vor einer Tafel und präsentiert
Photo by Christina Morillo on Pexels.com

In Führungsetagen sieht man genau dieses Phänomen immer wieder, etwa bei wichtigen Meetings mit Geschäftspartnern oder in schwierigen Gesprächen mit Mitarbeitenden.

Wie verändert man also sein Verhalten und wird gelassener?

In einem Coaching schauen wir uns die Stressauslöser und ihre Ursachen gemeinsam an. Hinderliche Glaubenssätze werden besprochen und abgeschwächt. Nicht jeder muss vollständig verschwinden, manche haben auch eine schützende Funktion. Ziel ist, dass du deine gewünschte Veränderung mit mehr Leichtigkeit angehen kannst.

Sechs Grundlagen wirksamer Führung

1. Die Führungsrolle annehmen

Führung heißt, Mitarbeitende zu fördern und auch zu fordern. Fördern fällt vielen leicht, beim Fordern haben manche Hemmungen, etwa aus Angst, sich unbeliebt zu machen. Wer seine Rolle nicht bewusst annimmt, bremst sich und das Team. Wer seine Führungsaufgabe dagegen gern wahrnimmt, kann auch andere leichter motivieren.

2. Klarheit

Viele geraten ins Straucheln, wenn sie in eine Führungsrolle hineinwachsen: „Bin ich noch Kollege, oder wer bin ich jetzt?“ Wer Führungskraft wird, ist nicht mehr einfach Kollege. Er hat den Auftrag, das Team so zu führen, dass es seine Ziele erreicht, und muss dafür Entscheidungen treffen, die nicht allen gefallen. Wer davor zurückschreckt, verliert an Klarheit, und das spürt das Team.

3. Gesunde Distanz

Eine Führungskraft braucht eine gesunde emotionale Distanz zu ihren Mitarbeitenden. Empathie ist wichtig, aber Mitgefühl darf nicht zu Mitleid werden, und Privates und Berufliches sollten nicht verschwimmen. Wer eine gewisse Distanz halten kann, findet in schwierigen Situationen leichter Lösungen.

4. Wertschätzung

Wer Wertschätzung gibt, bekommt sie meist auch zurück. Viele Führungskräfte sprechen über Wertschätzung, haben aber nie gelernt, wie sie im Alltag konkret aussieht, oft weil sie ohne Ausbildung in die Rolle gekommen sind. Schon ein ehrlicher Gruß, ein konkretes Danke oder echtes Interesse machen einen Unterschied.

5. Interesse an Menschen

Wer Menschen führen will, muss gern mit Menschen arbeiten. Wie soll eine Führungskraft andere zur Zusammenarbeit bewegen, wenn sie selbst nur mäßig dazu bereit ist?

6. Klare Kommunikation

Kommunikation ist eines der wichtigsten Führungsinstrumente. Führungskräfte müssen verständlich und klar sprechen, damit keine Missverständnisse entstehen und alle an einem Strang ziehen. Wer das nie gelernt hat, sagt oft irgendetwas und erzielt nicht die Wirkung, die er sich wünscht.

Führungskraft unter Druck am Schreibtisch
Stressauslöser

So banal die Punkte klingen, am Ende liegt es an dir, sie umzusetzen. Mentale Stärke hilft dabei, gelassener in das nächste schwierige Meeting zu gehen. Bau sie zuerst auf und komm dann Schritt für Schritt in die Umsetzung.

Wie ich Führungskräfte dabei begleite, findest du unter Für Unternehmen und Führungskräfte. Ein kostenloses Erstgespräch ist ein möglicher erster Schritt.

Kommentar verfassen