Wie gehen Sie vor, um Ihre Mitarbeitenden richtig einzuschätzen? Kennen Sie die unterschiedlichen Persönlichkeiten in Ihrem Team?
Das Mitarbeitergespräch ist ein wichtiges Instrument und eine Kernaufgabe jeder Führungskraft: um Vergangenes zu reflektieren und Neues gemeinsam zu planen. Gerade als neue Führungskraft hilft es, die Menschen im Team kennenzulernen, und es ist weit mehr als das oft zur Pflicht gewordene Jahresgespräch. Im Gespräch unter vier Augen erfährt man viel über sein Gegenüber. In der Rolle des Kommunikators geht es darum, Informationen aufzunehmen und zielgerichtet und motivierend weiterzugeben.
Seine Mitarbeitenden gut einschätzen zu können, ist vor allem bei wichtigen Aufgaben und Projekten wertvoll. Welche Fähigkeiten bringt jemand mit, und wie kann er sie im Team oder allein am besten einsetzen? Im Idealfall ergänzen sich Stärken und Schwächen im Team gegenseitig.

Warum das wichtig ist? Stellen Sie sich vor, Ihr fleißigstes Teammitglied bekommt als Anerkennung eine Prämie, wünscht sich aber eigentlich nichts mehr als ein ehrliches Lob vor dem Team. Die Enttäuschung dürfte größer sein als die Freude, obwohl Sie es gut gemeint haben.
Das 4-Farben-Modell
Es gibt viele Modelle, die Menschen nach Verhaltensmustern einteilen. Ein bekanntes ist das 4-Farben-Modell, das sich an das im deutschsprachigen Raum weit verbreitete DISG-Modell anlehnt. Es ist schnell erklärt und leicht anzuwenden, deshalb wird es häufig eingesetzt.
Wichtig vorweg: Solche Typmodelle sind eine Orientierungshilfe, keine wissenschaftlich gesicherte Persönlichkeitsdiagnose. In Reinform kommt kaum ein Mensch vor, und dieselbe Person verhält sich je nach Situation unterschiedlich. Als Gesprächsanlass und zur Selbstreflexion können sie trotzdem nützlich sein, solange niemand in eine Schublade gesteckt wird.

Rot: direkt und ergebnisorientiert
Menschen mit starkem roten Anteil wollen schnell Ergebnisse sehen, entscheiden rasch und scheuen keine Konflikte. Sie wirken oft ungeduldig. Im Gespräch schätzen sie es, wenn man auf den Punkt kommt und ihnen Handlungsspielraum lässt.
Gelb: kontaktfreudig und kreativ
Menschen mit starkem gelben Anteil sind offen, begeisterungsfähig und erzählen gern. Details und Termine sind nicht immer ihre Stärke. Sie blühen auf, wenn sie Ideen einbringen können und dafür sichtbare Anerkennung bekommen.
Grün: hilfsbereit und beständig
Menschen mit starkem grünen Anteil sind verlässlich, freundlich und legen Wert auf ein gutes Miteinander. Veränderungen stehen sie manchmal skeptisch gegenüber, weil ihnen Sicherheit wichtig ist. Sie brauchen Zeit, Erklärungen und das Gefühl, dass alle mitgenommen werden.
Blau: gründlich und faktenorientiert
Menschen mit starkem blauen Anteil entscheiden bedacht und nach sorgfältiger Prüfung. Sie überzeugt man mit Zahlen, Fakten und einer klaren Struktur. Konflikten gehen sie eher aus dem Weg, außer es geht um Regeln und Qualität.
Wie Sie das Modell sinnvoll nutzen
- Beginnen Sie bei sich selbst: Zu welcher Farbe tendieren Sie, und wie wirkt das auf andere?
- Nutzen Sie das Modell als Frage, nicht als Urteil: „Was ist dir bei der Zusammenarbeit wichtig?“ bringt mehr als jede Einstufung.
- Achten Sie darauf, dass Farben im Team nicht zu Etiketten werden („Der ist halt ein Roter“).

Wie ich Führungskräfte und Teams bei Kommunikation und Zusammenarbeit begleite, finden Sie unter Für Unternehmen und Führungskräfte und Workshops. Für ein erstes Gespräch erreichen Sie mich über die Kontaktseite.
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