Die Kraft des Atmens: wie bewusstes Atmen Stress reduziert

Solange wir leben, ist sie da: unsere Atmung. Meistens läuft sie unbewusst. Gleichzeitig ist sie eine der wenigen Körperfunktionen, die automatisch ablaufen und die wir trotzdem gezielt beeinflussen können. Genau deshalb ist sie eine Brücke zwischen Körper und Kopf.

In vielen Meditationspraktiken spielt der Atem seit jeher eine zentrale Rolle, und auch in Therapien wird Atemarbeit zunehmend eingesetzt. Wer die Atmung im Alltag bewusst nutzt, kann Stress abbauen und sich besser konzentrieren.

Wie wichtig die Atmung ist, merken die meisten erst, wenn etwas nicht stimmt: wenn einem der Stress buchstäblich die Luft abschnürt oder einem vor Schreck der Atem stockt. Ein Erwachsener atmet in Ruhe etwa zwölf- bis sechzehnmal pro Minute, meist ohne darüber nachzudenken.

Frau schließt die Augen in der Sonne und atmet durch
Photo by Alexandr Podvalny on Pexels.com

Jeder Mensch atmet anders

Vom ersten Schrei an hat jeder Mensch seinen eigenen Atemrhythmus. Ob jemand eher durch den Mund oder die Nase atmet, wann er Pausen macht und wie lange er ausatmet, prägt sich auch durch Gewohnheiten und Lebensstil. Die gute Nachricht: Die Atmung ist nicht festgelegt. Man kann sie lenken und einen ruhigeren Rhythmus üben. Entspannungsmethoden und Bewegung helfen dabei.

Mutter trägt ihr Baby im Arm
Photo by Jonathan Borba on Pexels.com

Atmung und Stress hängen eng zusammen

Unter Stress atmen wir meist schneller und flacher, oft hoch in die Brust. Das gehört zur Alarmreaktion des Körpers, der sich auf Kampf oder Flucht vorbereitet. Umgekehrt funktioniert es auch: Wer bewusst langsamer atmet und vor allem länger ausatmet, gibt dem Nervensystem ein Signal zur Entspannung. Herzschlag und Anspannung können dadurch spürbar sinken.

Bewusstes Atmen macht Stress nicht unmöglich, aber es ist eines der einfachsten Werkzeuge, um in angespannten Momenten wieder etwas Ruhe zu finden. Auch Menschen, die zu Angst oder Panik neigen, profitieren oft davon, Atemübungen als Unterstützung zu lernen. Bei Angststörungen oder Panikattacken ersetzt das aber keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Zur Atmung gehört übrigens nicht nur das Ein- und Ausatmen, sondern auch die kleine Pause danach. In unserer schnelllebigen Zeit gehen Pausen oft verloren, im Job genauso wie beim Atmen.

Person sitzt entspannt und atmet bewusst
Photo by Vlada Karpovich on Pexels.com

Was die Nasenatmung besonders macht

Die Nase ist mehr als ein Luftkanal. Sie filtert die Atemluft, wärmt sie an und befeuchtet sie, bevor sie in die Lunge gelangt. Außerdem wird in den Nasennebenhöhlen Stickstoffmonoxid gebildet, das beim Einatmen durch die Nase mit in die Lunge gelangt und dort die Sauerstoffaufnahme unterstützen kann.

Dazu kommt ein praktischer Effekt: Wer durch die Nase atmet, atmet meist automatisch langsamer und tiefer. Genau das hilft beim Entspannen. Viele Menschen erleben Nasenatmung deshalb als ruhiger als Mundatmung, gerade bei gemäßigter Bewegung.

Beim Alphalauf ist die Nasenatmung deshalb ein wichtiges Element. Das Tempo bleibt so niedrig, dass man bequem durch die Nase atmen kann, und das unterstützt den Entspannungs- und Regenerationseffekt. Wie sich die Atmung auf das Nervensystem auswirkt, lässt sich übrigens mit einer Messung der Herzratenvariabilität sichtbar machen.

Ruhiges Atmen während der Bewegung

Drei Übungen für den Alltag

1. Zählen: Zähl beim Einatmen bis vier und beim Ausatmen bis sechs. Das längere Ausatmen beruhigt, und das Zählen hilft, mental abzuschalten.

2. Bauchatmung: Leg die Hände auf den Bauch und atme so, dass sich die Bauchdecke unter deinen Händen hebt und senkt. Die Hände helfen dir, bei dir zu bleiben und dich von anderen Gedanken zu lösen.

3. Nasenatmung: Atme ein paar Minuten bewusst nur durch die Nase, ruhig und ohne Anstrengung. Viele erleben das als entspannend und erfrischend zugleich.

Und vergiss die Pausen nicht. Gerade unter Stress braucht der Körper Momente der Ruhe. Plane bewusst kurze Atempausen in deinen Tag ein.

In meinen Alphalauf-Kursen ist die Nasenatmung ein zentraler Baustein, und ich gebe sie auch in der betrieblichen Gesundheitsförderung weiter. Wenn du Bewegung und Entspannung verbinden möchtest, findest du auf volker-ehmann.at den Weg zu einem kostenlosen Erstgespräch. Bei anhaltenden Atembeschwerden gehört immer eine ärztliche Abklärung an erste Stelle.

Eine Antwort zu „Die Kraft des Atmens: wie bewusstes Atmen Stress reduziert“

  1. […] Aufgaben mit mehr Energie und Esprit angehen. Die meditativen Bewegungsabläufe regen dazu den Atem und somit auch den Energiefluss […]

    Like

Kommentar verfassen