Warum ich laufe: vom Flucht-Lauf zum Krafttanken

Ich liebe das Laufen. Laufen kann ich grundsätzlich immer und überall. Trotzdem werde ich oft mit Unverständnis gefragt, warum mir das so viel Spaß macht. Ich bin dieser Frage selbst nachgegangen und habe meine Beweggründe hinterfragt.

Läufer in Bewegung

Anfangs war das Laufen für mich vor allem ein Mittel, um dem Alltag zu entfliehen. Kaum war ich von der Arbeit zu Hause, ging es in den nahen Stadtpark. Dort habe ich stur meine Runden gedreht, war danach körperlich erschöpft und mit den Gedanken endlich nicht mehr im Job oder bei anderen Alltagssorgen.

Heute sind meine Beweggründe andere. Ich genieße es, draußen zu sein, in der Natur, und die Umgebung auf mich wirken zu lassen. Jede Bewegung im Freien ist für mich Krafttanken, ob beim Wandern, Bergsteigen, am Klettersteig, beim Spazierengehen oder eben beim Laufen.

Warum ich laufe

Laufen ist für mich längst Gewohnheit und fester Teil meines Tages. Ich kann direkt von der Haustür weg starten, in einer wunderschönen Umgebung. Laufen kostet kein Vermögen, und die Dauer kann ich so variieren, wie es mir Spaß macht und wie es in meinen Tag passt, ohne Anfahrtswege.

Mal laufe ich nach Trainingsplan mit Intervallen und Vorgaben, mal ganz entspannt im Alphalauf-Modus.

Natürlich reizt mich auch der sportliche Aspekt. Wettkämpfe sind für mich ein besonderer Ansporn. Am meisten kribbelt es kurz vor dem Start, bevor das Startsignal kommt und tausende Läuferinnen und Läufer losrennen.

Als Jugendlicher hätte ich über die Frage, ob ich laufen gehen will, vermutlich gelacht. Bewegung hatte ich damals ohnehin genug: Fußball, Radfahren, Skateboarden, auf Bäume klettern. Heute ist es eine bewusste Entscheidung, jeden Tag die Laufschuhe zu schnüren, und gerade nach vielen Jahren mit überwiegend sitzender Arbeit ist sie für mein Wohlbefinden sehr wichtig geworden.

Was Bewegung für die Gesundheit bringt

Ausreichend Bewegung hält fit und kann vielen Krankheiten vorbeugen. Sie hilft nachweislich gegen einige der häufigsten Gesundheitsprobleme unserer Zeit, etwa bei Übergewicht, hohem Blutdruck oder erhöhten Blutzuckerwerten. Bei bestehenden Erkrankungen ist sie eine wichtige Unterstützung der Behandlung, immer in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt.

Auch in der Behandlung von Depressionen wird Bewegungstherapie gezielt eingesetzt. Studien zeigen, dass regelmäßige Bewegung depressive Beschwerden spürbar lindern kann, bei leichteren Formen teils ähnlich gut wie andere Behandlungen. Sie ist aber eine Ergänzung. Wer Medikamente nimmt, sollte sie nie eigenmächtig absetzen.

Grafik zu den gesundheitlichen Vorteilen von Bewegung

Erst bewegen, dann besser fühlen

Viele warten darauf, sich besser zu fühlen, um dann mit Bewegung anzufangen. Oft funktioniert es umgekehrt besser: Wer sich ein wenig mehr bewegt, fühlt sich meist bald wohler. Dabei zählt jeder Schritt, auch ein kurzer Spaziergang ist ein Anfang.

Wer regelmäßig Sport macht, profitiert nebenbei noch mehr: Der Tag bekommt Struktur, man kommt mit anderen Menschen in Kontakt, und Bewegung hilft beim Entspannen.

Mein Tipp: Beweg dich ein bisschen mehr als bisher. Wie bei vielen Dingen braucht es eine Weile, bis Bewegung selbstverständlich wird. Bleib dran, es zahlt sich aus.

Mehr dazu, wie Bewegung und Psyche zusammenhängen, liest du in Der Kopf trainiert mit. Wie ich Menschen beim Einstieg begleite, findest du unter Bewegung und Körper.

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