Mentaltraining boomt. Coaches, Trainerinnen, Beraterinnen und Führungskräfte setzen es ein, im Sport, im Beruf und in der Persönlichkeitsentwicklung. Lange verstand man darunter vor allem das mentale Techniktraining im Spitzensport: Bewegungsabläufe im Kopf durchgehen, bevor man sie ausführt. Heute ist der Begriff viel breiter.
Mentaltraining hilft dabei, eigene Ressourcen und Fähigkeiten zu erkennen, Vertrauen in sich selbst zu entwickeln und neue Möglichkeiten zu entdecken, um gesetzte Ziele zu erreichen.
Mehr als Zielprogrammierung
Mentaltraining ist eine Haltung, die man immer wieder übt, vergleichbar mit einem festen Fundament. Ohne stabilen Untergrund kann man weder sicher gehen noch ein Haus bauen. Es geht darum, das eigene Denken, Wollen und Tun bewusster zu gestalten, um Probleme zu lösen, Wünsche umzusetzen und berufliche wie persönliche Ziele zu erreichen.

Wichtig ist: Mentaltraining ist keine Schönrede-Methode, mit der sich allein durch positives Denken alles erreichen lässt. Positive Gedanken sind hilfreich, aber sie reichen nicht, um eine Lebenssituation zu verändern. Entscheidend ist immer das Handeln.
Unsere Gedanken kreisen ständig um Vergangenheit und Zukunft, um Schönes und Befürchtetes. Nach Rückschlägen dreht sich schnell eine Negativspirale. Im Mentaltraining geht es darum, diese Gedankenschleifen zu bemerken und bewusster zu lenken. Die zentralen Elemente sind deshalb:
- Gedanken beobachten: Was denke ich gerade eigentlich?
- Gedanken lenken: Wohin will ich meine Aufmerksamkeit richten?
- Gedanken aktiv gestalten: Welche Vorstellung hilft mir weiter?
Gute mentale Arbeit braucht Wachheit in der Entspannung. Jede Handlung beginnt im Kopf und zeigt sich dann im Körper. Deshalb ist Mentaltraining auch beim Lernen komplexer Bewegungen so wertvoll. Wer einen Bewegungsablauf entspannt und gleichzeitig konzentriert im Kopf durchgeht, aktiviert ähnliche Hirnareale wie bei der tatsächlichen Bewegung. Das kann Koordination und Sicherheit im entscheidenden Moment verbessern.
„Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“
Johann Wolfgang von Goethe

Wo Mentaltraining eingesetzt wird
- Sport: Leistung unter Druck abrufen, Vorbereitung auf Wettkämpfe, Umgang mit Niederlagen, Entspannung, Visualisierung von Zielen.
- Beruf und Führung: mit Druck und Stress umgehen, in Konflikten ruhig bleiben, fokussiert arbeiten.
- Schule und Ausbildung: Prüfungssituationen, Konzentration.
- Persönlichkeitsentwicklung: Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit, Selbstmanagement.
- Rehabilitation: Bewegungsvorstellung wird zum Beispiel nach Schlaganfällen oder Sportverletzungen ergänzend zur Therapie eingesetzt, immer in ärztlicher und therapeutischer Begleitung.
- Betriebliche Gesundheitsförderung: Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Stressmanagement.
- Lebensstil: mit dem Rauchen aufhören, sich gesünder ernähren, mehr Bewegung in den Alltag bringen.
- Alltägliche Ängste: Prüfungsangst, Nervosität vor dem Zahnarzt oder vor dem Fliegen. Bei ausgeprägten Ängsten oder Angststörungen ersetzt Mentaltraining keine psychotherapeutische Behandlung.
Übung: die Kraft der Vorstellung
- Stell dich aufrecht hin. Streck einen Arm mit ausgestrecktem Zeigefinger nach vorne und dreh deinen Oberkörper so weit, wie es angenehm geht. Merk dir den Punkt, auf den du jetzt zeigst, etwa eine Stelle an der Wand oder einen Baum.
- Dreh dich zurück und stell dich entspannt hin. Schließ die Augen und atme ein paar Mal ruhig ein und aus.
- Stell dir nun vor, wie du dieselbe Bewegung noch einmal machst, nur in Gedanken. Diesmal drehst du dich ein Stück weiter, ganz locker und leicht.
- Öffne die Augen und wiederhole die echte Bewegung. Wo landest du jetzt?
Viele sind überrascht, wie viel weiter sie danach kommen. Die Übung zeigt, wie stark Vorstellung und Körper zusammenhängen.
Visualisierung hilft auch, Ziele im Blick zu behalten. Erst eine konkrete Vorstellung wird zur Vorlage für dein Handeln. Halte deine Ziele deshalb sichtbar fest, etwa auf einem Zettel am Spiegel, und schau sie dir regelmäßig an. Und wenn sich deine Vorstellungen mit der Zeit ändern, darfst du auch die Ziele anpassen.
Mehr zu konkreten Techniken findest du im Beitrag Mentale Stärke trainieren. Wie ich dich als Mentalcoach begleiten kann, steht auf volker-ehmann.at. Ein kostenloses Erstgespräch ist ein möglicher erster Schritt.

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